Die
Makedonen, schon bei Herodot erwähnt, bewohnten ursprünglich nur den Osthang
des Bermion im nördlichen Griechenland¹...
Dennoch waren
sie nach Sprache und Religion Griechen⁹. Das auf dem Lande gesprochene
Makedonisch (Makedonisti) ist ein nordwestgriechischer Dialekt, der nicht
geschrieben wurde. Alexander
rief einmal seinen Waffenträger «auf makedonisch»¹⁰.
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Die antiken Makedonenkönige¹¹ betrachteten sich selbstverständlich als Griechen. Sie führten ihren Stamm auf Herakles und seine Mutter Alkmene aus Argos zurück¹² und nannten sich «Argeaden»¹³. Die Köpfe von Herakles und seinem Vater Zeus zierten demgemäß die Münzen der Makedonen. Die angenommene Herkunft ihrer Könige aus Argos beruht vermutlich auf einer ideologisch motivierten Verwechslung mit dem makedonischen Ort Argos Orestikon¹⁴.
Eine Abstammung vom «König der Götter
und Menschen» beanspruchten die Argeaden nicht allein, sondern ebenso die
Könige von Sparta, aber auch Julius Caesar, der sich von Venus, der Tochter
Juppiters, herleitete. Stammbaumfiktionen finden sich in Griechenland auch
sonst¹⁵, ebenso bei den Achämeniden (S. 35) – und nicht nur bei ihnen.
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Auf dem Rückweg von Korinth nach Makedonien soll Alexander einen Abstecher nach Delphi gemacht haben. Plutarch berichtet, daß es gerade die «stillen Tage» gewesen seien, an denen das Orakel Apollons stumm war. Dennoch habe Alexander einen Spruch gefordert.
Als die Pythia sich
weigerte, habe Alexander sie persönlich in den Tempel geschleppt, worauf sie
erklärt habe: «Du bist unbesiegbar, mein Kind.» Daraufhin habe Alexander die
Priesterin losgelassen und gesagt, er hätte nun die Prophezeiung gehört, die er
sich erwünscht habe¹²³. «Der Unbesiegbare» – anikētos war der erste Beiname
Alexanders, er wurde ihm schon zu Lebzeiten verliehen¹²⁴
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Demandt,
Alexander. Alexander der Grosse: Leben und Legende. München: C. H. Beck, 2009





























