VORWORT
Dieses Werk
ist der erste Versuch einer Gesamtdarstellung der Kunst Anatoliens vom
homerischen Zeitalter bis zur Epoche Alexanders des Großen. Es behandelt die
Kunstwerke der Griechen, Phryger, Lykier, Lyder, Karer und Urartäer. Auch die
persischen Denkmäler, die in Kleinasien gefunden wurden, werden hier zum
größten Teil veröffentlicht.
Die aus den
älteren und neueren Grabungen herrührenden Kleinfunde und plastischen
Kunstwerke der genannten Zeit haben bis heute keine photographische Aufnahme
erfahren, die ihrem ungewöhnlich hohen Werte entspricht. Auch die auf dem Boden
Kleinasiens erhaltenen großartigen Fels- und Baudenkmäler verschiedener
anatolischer Kulturen sind bis jetzt nur zu einem kleinen Teil und durch
unzulängliche Aufnahmen bekannt geworden. Alle diese Kunstwerke liegen nun in
diesem Bande in neuen und, wie ich hoffe, zeitgemäßen Aufnahmen vor.
Ankara am 30. Mai 1961 EKREM AKURGAL
EINLEITUNG
Die Kunst Anatoliens und im besonderen die
Periode vom homerischen Zeitalter bis zum Hellenismus ist wenig bearbeitet. Bis
vor einem Jahrzehnt fehlte vor allem die Bodenforschung für die
frühgriechischen Perioden. Die neuen Ausgrabungen von Smyrna, Milet, Phokaia
und Daskyleion haben jedoch wichtiges und reichhaltiges Material zutage
gefördert, das ein helles Licht auf die dunkle Zeit der Westküste Kleinasiens
wirft.
Mit Hilfe des bereicherten frühgriechischen
Materials sind wir nun imstande, uns über die wahre Rolle der ostgriechischen
Kunst innerhalb der hellenischen Welt eine Vorstellung zu machen. Im
homerischen Zeitalter waren die Äolier und Ioner, wie die materiellen
Hinterlassenschaften deutlich vor Augen führen, auf dem Gebiete der Kunst
gänzlich vom Mutterlande abhängig.
Da die Griechen in Kleinasien während des homerischen Zeitalters in der Hauptsache von der Landwirtschaft lebten und vor der Mitte des 7. Jahrhunderts keinen Anteil am Seehandel im Mittelmeer hatten, ist es verständlich, daß die bildenden Künste, die weitausgedehnte Absatzgebiete voraussetzen, sich dort nicht haben entwickeln können. Unter den griechischen Funden des 8. Jahrhunderts in Al Mina, dem nordsyrischen Hafen, sind keine Erzeugnisse aus Kleinasien nachzuweisen. Sie treten dort etwa ein Jahrhundert später, erst in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts auf.



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